Am Meer

Ich bin wieder dort. Wenn ich die Augen schließe, sitze ich wieder auf meinem Stein. Blicke auf die Brandung vor mir. Rieche den Algen-Fisch-Geruch. Höre das unentwegte Rauschen und das satte Klatschen antreibender Wellen vor am Strand liegenden Felsen. Rhythmisch und unerschütterlich. Egal, was geschieht. Es treibt an, in graugrünen Wogen. Schlägt um. Schäumt auf. Bricht an Felsen und Steine. Läuft plätschernd aus. Zieht sich zurück. Mischt sich in die nächste Woge. Immerfort.

Weiter entfernt, nichts als bewegte Masse. Blaue Flecken aus Wolkenlücken gespiegelt. Am hellen Horizont unbewegte Ruhe. Die Grenze zum Himmel.

Das Meer ist die Ewigkeit.

Vor meinen Füßen ein ausgewaschener weißer Stein. Den ich aufheben muss, weil er mich aussucht. Er schmiegt sich in meine Handflächen, während ich ihn reibe. Ich fühle seine glatten Wölbungen. Gerundet, wie die Meereswogen, denen ich mit meinem Blick folge. Ich könnte Stunden hier sitzen. Allein. Weg von der Welt. Eingetaucht in die Ewigkeit.

Was würde ich dafür geben, noch ein einziges Mal am Strand zu sitzen und die Unsterblichkeit des Meeres zu erleben. Das Meer wird niemals tot sein.

Ich öffne die Augen. Erschrecke vor den dunkelgrünen Farben im Garten vor mir. Schließe sie erneut. Doch jetzt sind sie weg. Die beruhigenden Bilder vom Meer…

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